Es geht los
  29.09.2021 •     Spieltechnik


Fast ein komplettes Jahr mussten die Vereine des badischen Handball-Verbands auf Pflichtspiele verzichten – Am Wochenende startet die Saison 2021/22

Karlsruhe. Dieses Jahr ist vieles anders, aber eines bliebt gleich. Die Begeisterung dafür endlich wieder Handball spielen zu dürfen.

Das vorrangige Ziel, das quasi jede Mannschaft in den Ligen, die geteilt werden, verfolgt, ist ein Platz in der oberen Hälfte der geteilten Tabelle, um die Aufstiegsrunde zu erreichen. Gleichzeitig entgeht man natürlich der Abstiegsrunde und kann in diesem Fall frühzeitig die neue Saison planen, ohne ständig die Eventualität Abstieg im Hinterkopf zu haben.

„Wir wollen so viele Mannschaften wie möglich hinter uns lassen und so die Klasse halten“, sagt Daniel Brenzinger dazu. Der Sportliche Leiter der HSG St.Leon/Reilingen tut dies im Rahmen einer seiner letzten Amtshandlungen, ehe er etwas kürzertritt. Das Team von Trainer Martin Schnetz hat mit Daniel Unser einen neuen Torwarttrainer dazubekommen, der außerdem bei Bedarf als Keeper zur Verfügung steht. In der B-Gruppe der Männer-Badenliga bekommt es die HSG unter anderem mit dem Nachbarn TSV Rot und der TSG Wiesloch zu tun. Zum Auftakt am Sonntag steht die Reise zur SG Stutensee-Weingarten an.

Auf eine stets große Gruppe von mindesten zwölf Spielern konnte Sebastian Thome während der Trainingsphase zurückgreifen. „Da lässt es sich natürlich gut vorbereiten“, schmunzelt der Trainer des TSV Rot. Neu mit dabei sind Manuel Müller aus Malschenberg und quasi Fabian Schenk, der zwei Jahre aufgrund einer Verletzung ausgefallen ist. Das Ziel formuliert Thome klar: „Wir wollen Platz vier um der Abstiegsrunde zu entgehen.“

Als große Favoriten werden die SG Heidelsheim/Helmsheim und der TSV Amicitia Viernheim gehandelt. Michael Peitz hat noch zwei weitere Klubs auf dem Schirm. „Für mich gehören der TV Hardheim und der TV Knielingen mit dazu“, konstatiert der Trainer der TSG Wiesloch und präzisiert, „Hardheim war bereits letztes Jahr die einzig ungeschlagene Mannschaft, alleine deshalb sind sie zu nennen.“

Die eigenen Ambitionen sind auf die Aufstiegsrunde ausgerichtet. Peitz sagt: „Wir wollen eher nach oben schauen, um ein motivierendes Ziel vor Augen zu haben.“ Dafür steht ihm ein etwas dünnerer Kader zur Verfügung. Neben den fünf Abgängen sind die beiden Neuen – Alexander Sauer von der HG Oftersheim/Schwetzingen und Stefan Jochim von der SG Stutensee Weingarten – aber sicher große Verstärkungen.

Robin Erb baut bei seinem TV Eppelheim darauf, dass sich der Kader kaum verändert hat und daher eingespielt ist. „Das ist definitiv ein Vorteil, da gewisse Automatismen trotz dieser langen Pause vorhanden sind“, erklärt er. Letztes Jahr spielte seine Mannschaft als Aufsteiger unbekümmert auf, das wird dieses Mal schwieriger zu bewerkstelligen sein, da die Konkurrenz dies teilweise am eigenen Leib erfahren musste und darauf vorbereitet sein wird. Erb ist deswegen nicht bange: „Es wäre für mich kein Beinbruch, wenn wir in die Abstiegsrunde rutschen, dort würde ich uns aber schon mit Chancen auf den Klassenerhalt sehen.

 

Direkt ein Derby zum Auftakt gibt es in der Frauen-Badenliga. Am Samstag um 17 Uhr kreuzen die TSG Wiesloch und der TV Dielheim die Klingen. „Das Saisonziel ist ganz klar der Klassenerhalt“, so Dielheims Trainer Ralf Pichler. Einen Neuzugang gibt es nicht, allerdings kehrt Jennifer Funkert nach ihrer Babypause zurück. Im Gegenzug muss Sabrina Hirth vermutlich bis Weihnachten aufgrund eines Knorpelschadens pausieren.

„Die Euphorie ist riesig“, verkündet Wieslochs Trainer Frank Gerbershagen. Während der langen Vorbereitung nahm er seine Spielerinnen genau unter Lupe, um die richtige Belastungssteuerung nach der Pause zu finden. „Wir haben einen großen Wert auf die körperliche Fitness gelegt“, verrät der Coach. Der Kader ist soweit zusammengeblieben und das eigene Ziel sind die Top drei in der B-Staffel. Als Favoriten auf den Aufstieg nennt Gerbershagen, „die SG Nußloch.“

Selbige hätte vermutlich schon letzte Runde die Rückkehr in die BWOL feiern können, wenn nicht der Abbruch dazwischengekommen wäre. Dieses Jahr sehen die Vorzeichen anders aus. Gleich drei Spielerinnen befinden sich in ihrer Babypause, rein sportlich wirkt sich die Pause von Kapitänin Felicia Müller zweifelsohne am stärksten aus. „Die Favoritenrolle haben diese Saison auf jeden Fall andere“, sagt SG-Trainer Marcus Gutsche und wünscht sich für seine Sieben, „einen gesicherten Mittelfeldplatz, um die jungen Spielerinnen in Ruhe heranführen zu können.“

Der TSV Wieblingen darf mit einem Heimspiel beginnen. In der A-Gruppe der Männer-Verbandsliga empfangen die West-Heidelberger am Sonntag den TV Mosbach. Die Vorbereitung darauf verlief durchwachsen. „Viele Urlaube wurden nachgeholt, worunter die Trainingsbeteiligung gelitten hat“, berichtet TSV-Trainer Marco Widmann. Dazu kamen schlimme Verletzungen wie die von Christoph Schwarz (Achillessehnenriss), Andreas Scheurle (dreifacher Bänderriss im Fuß) und Neuzugang Alexander Ross (Kreuzbandriss und Karriereende).

Davon lassen sich die Wieblinger aber nicht unterkriegen, vielmehr bekommt die Jugend eine noch größere Chance. „Wir gehen bewusst diesen Weg und setzen auf unsere Jungen“, so Widmann, der gleich drei ehemalige A-Jugendliche in seinem Kader begrüßen konnte.

Am Samstagabend startet der TSV Handschuhsheim mit einem Heimspiel. Gegen die TVG Großsachsen II kommt Derbycharakter im Sportzentrum Nord 1 auf. Der TSV freut sich über personellen Zuwachs in seiner ersten Mannschaft. Torhüter Cedric Ehret, der letztes Jahr noch beim Auftaktgegner zwischen den Pfosten stand, ist ebenso neu in Handschuhsheim wie Marvin Frank, Leo Heller, Jan Schröder sowie Joscha Frank.

Die beiden Frauen-Verbandsligen starten mit einigen Derbys. So empfangen beispielsweise die Rhein-Neckar-Löwen die SG Walldorf Astoria, oder die TG Eggenstein die HSG Ettlingen.

Für die Männer-Landesliga im Bezirk Rhein-Neckar-Tauber und ihre zwei Gruppen kommt es am Samstag und Sonntag zu einem leichten Aufgalopp mit insgesamt drei Spielen. Einsteigen wird mit der SG Nußloch der große Favorit für den Aufstieg in die Verbandsliga. Aufgabe Nummer eins für die Schmiedel-Sieben ist der TV Schriesheim am Sonntag um 17 Uhr.

Die SGH Waldbrunn/Eberbach und der TV Eppelheim eröffnen die eingleisige Frauen-Landesliga mit ihrem Duell am Samstag um 16 Uhr. Die anderen sechs Klubs sind dieses Wochenende noch spielfrei. Darunter auch die SG Bammental-Mückenloch. Deren Trainer Wolfgang Hell sieht seine Schützlinge ordentlich aufgestellt für den Kampf um eine vordere Platzierung. Er sagt: „Nachdem die Vorbereitung ein bisschen zäh für uns begonnen hat, läuft es mittlerweile ganz gut und wir haben auf den beiden Außenpositionen starke Spielerinnen dazubekommen.“

Im Bezirk Alb-Enz-Saal startet die Gruppe 1 der Männer-Landesliga mit einer Partie. Am Samstag um 17 Uhr treffen der FV Büchenau und die SG Sulzfeld/Bretten aufeinander. In der zweiten Gruppe steigen drei Begegnungen, wovon die des SV Langensteinbach gegen Post Südstadt Karlsruhe die einzige zweier erster Mannschaften ist. Ansonsten spielen der TV Knielingen II gegen den HC Neuenberg II und die HSG Walzbachtal II gegen die TS Durlach. Die eingleisige Frauen-Landesliga beginnt dafür mit gleich vier Partien.