Eine tolle Erfahrung und wertvolle Erkenntnisse
  22.03.2022 •     Leistungssport


Die Jugendnationalmannschaft ist das höchste, was talentierte Handballerinnen und Handballer erreichen können.

Karlsruhe/Heidelberg. (bz) Ende Februar und Anfang März standen für die badischen Auswahlteams des weiblichen 2007er und des männlichen 2006er Jahrgangs die DHB-Sichtungen in Heidelberg an.

Für die weibliche badische Auswahl bilden Andreas Biedermann und Claudia Schückler das Trainergespann. Unterstützt werden die beiden von Amelie Kurek, die 2004 geboren wurde und die Landesauswahl selbst durchlaufen hat. Die Torhüterin kümmert sich intensiv um den talentierten Nachwuchs zwischen den Pfosten.

Bereits mittwochnachmittags haben sich die Mädchen für einen PCR-Pooltest getroffen, dessen negatives Ergebnis Grundvoraussetzung für die Teilnahme an der Sichtung gewesen ist. Am folgenden Morgen kam der erlösende Anruf: Alle wurde negativ getestet und durften bleiben.

Es folgten zwei Tage voller Handball. Anfangs galt es die Nervosität möglichst schnell abzuschütteln. Am Nachmittag und Abend standen dann die ersten beiden Vergleichsspiele auf dem Programm. Nach dem Abendessen ging es nochmal in die Halle zu einer Gesprächsrunde mit Wolfgang Sommerfeld und dem – zum damaligen Zeitpunkt – Bundestrainer der Damen, Henk Groener. „Da merkte man den Mädels den Respekt ganz schön an und es hat eine ganze Weile gedauert, bis sie den Mut gefunden haben, ihre Meinungen zu äußern und klar zu formulieren. Nichtsdestotrotz war das eine tolle Erfahrung und die Mädels konnten viel daraus mitnehmen“, so Schückler.

Der zweite Tag startete mit sportmotorischen Tests, bevor das Grundspiel 6:5 auf dem Plan stand. Den Abschluss bildeten nochmal zwei Vergleichsspiele. „Insgesamt war es aus unserer Sicht eine gelungene Veranstaltung und auch das Feedbackgespräch von uns und den beiden DHB-Trainern Zuzana Porvaznikova und Gino Smits zum Ablauf der Sichtung war sehr positiv. Von den Werten aller Sichter zusammen sind drei Mädels positiv aufgefallen. Ob sie allerdings auch eine Einladung zu einem DHB-Lehrgang bekommen, wissen wir leider noch nicht“, berichtet Schückler von den Ergebnissen ihrer Auswahl.

Sollte es nicht mit einem DHB-Lehrgang klappen, bleibt immerhin noch ein Hintertürchen leicht geöffnet, wie sie erläutert: „Aber auch Niko Kienert, der für die Baden-Württemberg-Auswahl verantwortlich ist, war an beiden Tagen da und hat den Mädels zugeschaut. Wenn es also nicht für die Jugendnationalmannschaft reicht, dann doch vielleicht für das Team Baden-Württemberg.“

Insgesamt hat die Trainerin ihren Spielerinnen angemerkt, dass sie so eine starke Belastung über zwei Tage noch nicht gekannt haben. In ihrem Abschlussfazit sagte sie: „Wir denken, dass die Mädels größtenteils das gezeigt haben, was wir auch von ihnen erwarten durften. Es war keine dabei, die total über sich hinausgewachsen ist, es ist aber auch keine völlig unter ihren Möglichkeiten geblieben.“

Wie bei den Mädchen mussten die Jungs am Anreisetag (Freitag) einen PCR-Test machen, ehe am Samstagvormittag die Ergebnisse feststanden und die Sichtung offiziell beginnen konnte.

Ein sehr erfolgreiches Fazit zogen Max Sormani und Waldemar Hermann, die Trainer der männlichen Auswahl. „Es war mir eine Ehre mit der Mannschaft zusammen arbeiten zu dürfen“, sagte Sormani. „Vor allem aufgrund der durch Corona sehr eingeschränkten Vorbereitung auf die Sichtung dürfen wir sehr zufrieden sein“, so Hermann, der weiter ausführte, „die Kontaktfreudigkeit und Interaktion zwischen DHB-Trainern und den Spielern ist hervorzuheben.“

An den zwei Sichtungstagen präsentierte sich der badische Nachwuchs in einer exzellenten Verfassung und wusste in den verschiedenen Spielvarianten gegen die vier anderen Landesauswahlen aus Hessen, Südbaden, Rheinland-Pfalz sowie Mittelrhein durchweg zu überzeugen. Das beste Spiel der Sichtung sahen die Trainer am Samstagabend gegen Hessen. Von der Athletik und vielen technischen Finessen geprägt, begegneten sich die jungen Badener und Hessen auf Augenhöhe und durften eindrucksvoll auf sich aufmerksam machen.

Neben den Spielen absolvierte jeder Handballer am Sonntagvormittag eine Testprüfung, bei der verschiedene Werte ermittelt wurden. Sprung, Turnen, ein 20 Meter Sprint sowie die Wurfstärke bildeten die Inhalte des Tests.

Insgesamt wurden fünf Spieler für den zweiten Lehrgang gesichtet: Jakob Baumgärtner (SG Pforzheim/Eutingen), Laurin Karrenbauer (Rhein-Neckar-Löwen), Jan Knaus (TSV Rintheim), Marc Riffelmacher (Rhein-Neckar-Löwen) und Conrad Schmitt (SG Pforzheim/Eutingen). Dort dürfen sie sich erneut beweisen und den zweiten Schritt in Richtung Jugendnationalmannschaft angehen.